Es gibt unendlich viele Geschichten rund um Weihnachten. Eine dieser Geschichten möchte ich euch heute erzählen. Sie handelt von einem kleinen Hirtenjungen…

Eine Weihnachtsgeschichte

Er lebte mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen am Rande eines kleinen Dorfes.

Der Junge liebte es, die Schafe der reichen Bauern zu hüten. Noch nie hatte er eines der Tiere verloren, denn er gab sehr gut acht auf die Herde.

Schafherde

Eines Abends sah er einen ganz besonderen Stern über den Häusern des Dorfes stehen. Hell und klar leuchtete er über einem der alten Ställe.

Bald hörte er aufgeregtes Rufen der anderen Hirten: „Kommt mit, kommt alle mit! Uns ist heute der Heiland geboren! Das Jesuskind, es liegt in einer Krippe im Stall!“

Eine Weihnachtsgeschichte

„Das Jesuskind, bei uns in einem Stall?! Kann das wahr sein?“ So schnell er konnte rannte der Junge den anderen Hirten hinterher.

Unterwegs kam ihm ein Gedanke: „Ein Geschenk, man braucht doch ein Geschenk, wenn man ein Neugeborenes besucht!“ Doch außer den Kleidern die er trug, besaß er nichts, das er dem Jesuskind hätte schenken können.

Kiefernzapfen

Aber jaaa, er hatte doch sein liebstes Spielzeug in der Tasche! Einen wunderschönen Zapfen, den er vor kurzem unter einem Baum gefunden hatte. Ob sich das Jesuskind darüber freuen würde?

Eine Weihnachtsgeschichte

Aufgeregt ließ er sich von dem strahlenden Stern am Himmel zum Stall führen.

Eine Weihnachtsgeschichte

Die anderen Hirten standen schon in der Mitte des Raumes. Ein warmes Licht erleuchtete den Stall. Der Hirtenjunge musste ein bisschen drängeln um etwas sehen zu können.

Und wirklich, da lag das Jesuskind in einer Krippe auf Stroh.

Eine Weihnachtsgeschichte

Ganz vorsichtig näherte sich der Hirtenjunge. Behutsam gab er dem Neugeborenen den Zapfen in die kleine Hand. Kaum hatte das Jesuskind das Spielzeug berührt, begann es zu zappeln. Der Zapfen flog in hohem Bogen zurück in Richtung Hirtenbub und landete auf dem Boden. War da ein Glitzern?

„Vielleicht ist der Zapfen doch ein zu geringes Geschenk für das Jesuskind?“ Ein bisschen betrübt hob der Junge den Zapfen auf und steckte ihn wieder zurück in seine Tasche.

Eine Weihnachtsgeschichte

Als er am nächsten Morgen erwachte, dachte er als allererstes wieder an das Jesuskind und dieses warme Licht, das den ganzen Stall erfüllt hatte. Er holte seinen Zapfen aus der Tasche – doch was war das?

Eine Weihnachtsgeschichte

Der Zapfen war mit einem Mal aus reinem Gold.

Eine Weihnachtsgeschichte

Von nun an fehlte es der Familie des Hirtenjungen an nichts. Sie konnten sich eigene Schafe, etwas Land und ein hübsches Haus kaufen. Alle Armut hatte ein Ende.

Die goldenen Samen des Zapfens aber säte der Hirtenjunge am Waldrand aus. Er hegte und pflegte die kleinen Pflänzchen bis sie zu richtigen Bäumen herangewachsen waren.

Eine Weihnachtsgeschichte

Und jedes Jahr, am Geburtstag des Jesuskinds, ging er in sein Wäldchen. Dann funkelte und leuchtete es in den Zweigen – genau wie der Stern, der ihn damals in der Weihnachtsnacht zum Stall geführt hatte.

Das war die Geschichte des kleinen Hirtenjungen, der ein großes Weihnachtswunder erleben durfte.

Winterwald

Sie erinnert mich immer an ein Gedicht von Rainer Maria Rilke…

Es gibt so wunderweiße Nächte,

drin alle Dinge Silber sind.

Da schimmert mancher Stern so lind,

als ob er fromme Hirten brächte

zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Demantstaube

bestreut, erscheinen Flur und Flut,

und in die Herzen, traumgemut,

steigt ein kapellenloser Glaube,

der leise seine Wunder tut.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

Winterlandschaft

Das Wunder der Weihnacht… Gott wird als Mensch geboren – was für eine Liebeserklärung an uns Menschen!!!

Und wie sehr brauchen wir doch das Wunder von Jesu Geburt! Gerade in diesem Jahr. In einer lärmenden Welt voller beängstigender Nachrichten und nicht enden wollender Krisen sehnen wir uns nach Ruhe, nach Geborgenheit, nach Sicherheit und Frieden. Jesus vereint und bringt Menschen zusammen. Er gibt uns neue Hoffnung und Zuversicht.

Eine Weihnachtsgeschichte

Wir wünschen euch ein schönes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes, friedvolles Jahr 2023.

Herzliche Weihnachtsgrüße von

Harald und Regina

An dieser Stelle noch ein ganz, ganz großes Dankeschön an meinen Freund Luca, der mich beim Fotografieren sooo toll unterstützt hat! Harald und ich wünschen dir und deiner Familie schöne, fröhliche Weihnachten.