Vor kurzem hatte ich euch doch erzählt, wie tüchtig sich die Wilde Möhre in unserem Garten ausgebreitet hat. Als wir die Stauden- und Kräuterbeete frühlingsfit machten, musste ich die kleinen Pflänzlein an vielen Stellen entfernen. Wie knackig das frische Möhrengrün doch war – viiiel zu schade, um es einfach auf den Kompost zu werfen!

So kam ich auf die Idee, ein Pesto aus den zarten Blättchen der Wilden Möhre zuzubereiten. Das wilde Pesto ist superschnell gemacht und man braucht nur wenige Zutaten, die man ganz sicher im Vorratsschrank findet.

Wildes Möhrengrün-Pesto

Das Grün der Wilden Möhre schmeckt wie Petersilie und ein kleines bisschen nach Anis, finde ich.

Auch die Inhaltsstoffe der Wilden Möhre können sich sehen lassen: Ätherische Öle, jede Menge Mineralstoffe (vor allem Kalium), Provitamin A, Vitamin B1, B2 und C, Flavonoide und Carotinoide.

Wildes Möhrengrün-Pesto

Schon in meinem vorletzen Post hatte ich darauf hingewiesen, dass die Wilde Möhre (Daucus carota) in die Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört, unter denen es sehr (!!!) giftige Arten gibt (z.B. den Gefleckten Schierling oder die Hundspetersilie). Darum sollte man die Wilde Möhre nur sammeln, wenn man sie 100%ig erkennt.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Ein guter Rat ist, das ganze Jahr über nach der Wilden Möhre Ausschau zu halten und die Pflanze in all ihren Entwicklungsstadien zu beobachten. Merkt euch die Stellen und sucht im Frühling darauf nach den oft schon von weitem sichtbaren alten, trockenen Samenständen (s. weiter unten). Genau dort könnt ihr dann neue, frisch ausgetriebene Blattrosetten finden.

Beachtet dabei bitte unbedingt folgende Merkmale:

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Blätter der Wilden Möhre sind zwei- bis dreifach gefiedert und haben einen spitz dreieckigen Umriss. Beim Zerreiben duften sie intensiv nach Möhre.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Der Blütenstand der Wilden Möhre hat lange, filigrane Hüllblätter, die man „Tortenspitzchen“ nennt.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die weiße bis leicht rosa überhauchte Blütendolde (Doppeldolde) ist zunächst flach. Oft (aber nicht immer) befindet sich in der Mitte der Blütendolde eine dunkelviolette bis fast schwarze Blüte, die „Mohrenblüte“. Ein raffinierter Trick, um Insekten zur Bestäubung anlocken.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Blattstiele und Stängel der Wilden Möhre sind behaart, der Stängel hat feine Längsrillen.

Hier seht ihr auch das „Tortenspitzchen“ nochmals von unten.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die eiförmigen Früchte sind 2 – 3 mm lang und mit vielen weißen, borstigen Härchen besetzt.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Zur Fruchtzeit ziehen sich die Strahlen des Blütenstandes zusammen und die Dolde vertieft sich in der Mitte vogelnestartig.

Die Reste dieser Samenstände könnt ihr oft in trockenem Zustand noch im nächsten Jahr finden.

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Wilde Möhre hat gelblich weiße Pfahlwurzeln, die kräftig nach Möhre schmecken.

Sodele, das war die Beschreibung und nun direkt zu meinem Rezept …

Wildes Möhrengrün-Pesto

Wildes Möhrengrün-Pesto

Zutaten:

1 dicker Handstrauß Möhrengrün der Wilden Möhre
1 Knoblauchzehe
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Walnüsse
1 Zitrone, Abrieb der Schale
2 EL Zitronensaft
2 TL Ahornsirup
120 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung:

Das Grün der Wilden Möhre abzupfen und gut waschen, dann in kleinere Stücke hacken. Die Knoblauchzehe schälen und in grobe Stücke schneiden.

Möhrengrün und Knoblauch zusammen mit Sonnenblumenkernen, Walnüssen, Ahornsirup, Olivenöl, Zitronensaft und -schale in einen Mixer geben. Alles gut vermixen, bis ein cremiges Pesto entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Möhrengrün Pesto kann wunderbar als Pasta-Soße oder Brotaufstrich verwendet werden. Zum Aufbewahren im Kühlschrank etwas Olivenöl über das Pesto geben.

Wildes Möhrengrün-Pesto

Selbstverständlich könnt ihr das Rezept mit anderen wilden Kräutern variieren. Wunderbar schmeckt es auch mit Wiesen-Kerbel oder Giersch.

Tulpen und Ranunkeln

Ich hoffe auf ganz viel Sonnenschein am Wochenende! Nach all den frostig kalten, nassen Tagen würde uns das guttun, oder?

Habt es schön, meine Lieben!

Fühlt euch gedrückt von

Regina

Disclaimer: Wer selbst Wildkräuter und -pflanzen sammelt und nutzt, muss in der Lage sein, die Pflanzen eindeutig zu erkennen. Bei Unsicherheit ist von der Nutzung unbedingt abzusehen! Die auf unserer Seite zur Verfügung gestellten Informationen sind sorgfältig zusammengetragen und recherchiert. Die vorgestellten Hausmittel und Rezepte ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Anwendung bei Babys, Kindern und Schwangeren sollte nur mit vorheriger Abklärung durch einen Arzt erfolgen. Bei unklaren, akuten, schweren und anhaltenden Gesundheitsbeschwerden reichen Hausmittel nicht aus und es sollte ein Arzt konsultiert werden. Das Nachmachen der Rezepte und die Anwendung unserer Tipps geschieht auf eigene Verantwortung.